Nachtzug nach Hoi An

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Nachdem ich vorgestern in Hanoi noch mit Anthony und Claire aus England in einem typisch vietnamesichen Restaurant essen war (die beiden hatten Taube, komplett mit Kopf und so) und ich entschied mich fuer die Schweinefleisch mit Gemuese Variante, gingen wir noch in eine typische Strassenbar, wo es Bier vom Fass fuer ca. 0,25 Euro gibt.

Sehr lustig da auf der Strasse zu sitzen auf Ministuehlchen und dem bunten Treiben zu zuschauen. Gegen 22 Uhr holte mich dann ein Motobike Fahrer vom Hotel ab und in rastantem Tempo und halsbrecherischem Ueberholmaneuver ging es mit Rucksack auf dem Ruecken zum Bahnhof. Dort brachte mich der Fahrer noch bin zu meinem Wagon und der nette Schaffner zeigte mir mein Abteil.

In den Schlafwagen gibt es in der 1.Klasse 4er Kabinen mit Doppelstockbetten und kleinem Tischchen. Es ist alles sehr eng und klein, aber sehr bequem zum schlafen. Im Abteil warteten schon 3 Franzoesinnen auf mich. Sie waren von meiner Ankunft aber gar nicht begeistert, denn sie hatten ihr gesamtes Gepaeck auf “meiner” Liege verteilt und hatten wohl gehofft, das es so bleiben koennte. Dann wollten Sie, dass ich nicht unten auf der Liege, sondern oben schlafe, und nachdem ich ihr Anliegen verstanden habe (denn sie sprachen nur franzoesisch, of course!) konnten wir uns ganz gut arrangieren. Die Damen gehoerten zu einer franzoesischen Reisegruppe und hatten auch einen Reiseleiter an Board, der auch mir hilfreiche Tipps geben konnte.

Im Wagon war auch ein deutsches Paaerchen aus Passau, die - witzigerweise auch 2 Leute aus Oberwiesenthal kennen. Romy ehem. Groth und ihren Mann Burckhart. Sehr witzig - die Welt ist klein.

Waehrend der Nacht wachte ich mehrmals auf, denn der Zug wackelte teilw. gefaehrlich nach rechts und links oder stoppte so aprupt, dass ich fast aus meinem Bett im 2 Stock gefallen waere. Gegen morgen wurde die Fahrt dann ruhiger und bei Sonnenaufgang fuhren wir an Reisfeldern vorbei auf denen die Bauern mit Wasserbueffeln das Feld umpfluegten. Es war ganz erstaunlich und wunderschoen und ich fuehlte mich sehr sehr gluecklich, dies alles mit eigenen Augen sehen zu duerfen.

Die Franzoesinnen liessen sich derweil ihr Fruehstuck munden (das war wohl fuer die Reisegruppe als Care Paket dabei) und luden mich ein, mit ihnen zu speisen. Sie teilten ihr Baguette und Butter und Tee mit mir und ich fand die drei sehr nett. Wir versuchten uns in einem Kauderwelsch aus Englisch/ spanisch und franzoesisch auszutauschen und in Hue verliess dann die gesamte Belegung meines Wagons den Zug.

Die weiteren 2 Stunden sollte ich alleine im Wagon und Abteil sein und so machte ich es mir gemuetlich im Wagon und erwartete mit Spannung die Fahrt ueber den Wolkenpass.

Der Wolkenpass verlaeuft zwischen Hue und Danag und die Berge reichen bis an Meer heran. Ich konnte die Schoenheit der Natur gar nicht fassen. Der Zug fuhr immer an den steilen Klippen entlang. Links die Berge, rechts das tosende Meer. Tlw. musste ich hoffe, die kleinen, fragilen nor\tduerftig zusammengeschraubten Bruecken wuerden dem Gewicht des Zuges standhalten sonst waeren wir 50 Meter im freien Fall ins Meer gestuerzt. Es war eine ganz fanstastische Fahrt und als ich in Danag ankam, war ich voellig erschoepft, weil ich ja alles in meinem Kopf genau einfangen wollte.

Am Bahnhof Danang traf ich dann 2 Hollaender, die auch nach Hoi An wollten und so teilten wir uns ein Taxi fuer die 30km Fahrt. In Hoi An angekommen fand ich ein super geniales Hotel mit grossem Zimmer, Bad mit Wanne und Marmorfliessen, Balkon, Fruehstuecksbuffet mit frischen Fruechten, Hotel mit Swimmingpool und das alles fuer einen ok Preis von 16 Dollar.

Hier werde ich mich jetzt entspannen, meine Waesche in die Reinigung bringen und war auch gestern abend noch beim Schneider.

Hoi An ist eine sehr touristsiche Stadt mit vielen westlichen Bars und Restaurants, aber sehr entspannt und ist auch als UNESCO Weltkulturerbe beruehmt fuer die vollstaendig erhaltetene Altstadt. Im Gegensatz zu anderen Staedten in Vietnam wurde Hoi AN im Krieg nicht zerstoert. Ich werde heute mit dem Fahrrad die Stadt und den Strand erkunden und ganz viele Fotos machen, um die tollen Eindruecke zu teilen.

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3 Kommentare für “Nachtzug nach Hoi An”

  1. Sakine Schreibt:

    Hey Cindy,
    ach ist das schön von dir zu lesen. Zum einen liest man heraus wie toll es dir gefällt, zum anderen kommen mir die ganzen Erinnerungen von meinen Vietnam-Trip zurück. Ich hatte so vieles vergessen, aber durch dich erinnere ich mich. Vielen Dank! :-)Süsse, hab weiterhin viel Spaß und lass es dir gut gehen! Hier ist beschiessenes Wetter, nur regen. Richtig ecklig. Freu mich weiterhin von dir zu hören bzw. zu lesen.
    Dicke Umarmung, Sakine

  2. Sakine Schreibt:

    Ach übrigens, heute ist Weihnachtsfeier GB11. Bin gespannt! :-)

  3. Annette Schreibt:

    Hi Cindy,
    Du bist tatsächlich unterwegs und Deine Berichte hören sich großartig an! Viel Spaß weiterhin bei Deinem Abenteuer mit vielen netten Leuten in einem fernen unbekannten Land. Ich werde Deine Reiseberichte gespannt verfolgen. So ein Blogg ist schon was schönes.
    Liebe Grüße,
    Annette

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